Banff National Park & Radium Hot Springs

Die Klotür hält und auch der Kühlschrank weist nun annehmbare Temperaturen auf. Zeit nach unserem ersten Großeinkauf und dem anschließenden Verstauen der erstandenen Sachen uns auf den Weg zu ersten Ziel, dem Banff National Park, zu begeben.

Banff National Park

Der Banff National Park ist neben dem Jasper National Park wohl der bekannteste Park der kanadischen Rocky Mountains, wenn nicht sogar des ganzen Landes. Von Calgary nur 130 km entfernt, benötigen wir nur eineinhalb Stunden bis wir vor den Toren des Parks und kurz darauf auf unserem Campground für die nächsten vier Nächte stehen. Auf dem Stellplatz versuchen wir das erste Mal unseren Camper mit dem örtlichen Wassernetz zu verbinden, nur um festzustellen, dass auch der beigelegte Wasserschlauch nur noch zum Fluten des gesamten Campingareals zu gebrauchen ist, sodass wir beizeiten im Ort einen neuen erstehen.

Bei bestem Wetter machen wir uns am ersten Tag auf nach Lake Louise zum gleichnamigen See, einer Touristenattraktion die auch gerne von großen Reisebussen angefahren wird. Um sicherzugehen, dass wir auch einen Parkplatz vor Ort bekommen, packen wir direkt nach dem Aufstehen schnell unseren Sachen und verlagern das Frühstück einfach auf den bei Zeiten eroberten Parkplatz. Für uns der erste „unschätzbare Vorteil eines Campers“ Moment.

Am Lake Louise verlassen wir schnellstmöglich den Andrang vor dem pittoresken See und machen uns auf den weniger begangenen, weil anstrengenden, Lake Agnes Trail bei dem es auf insgesamt acht Kilometern den knapp 400 Metern höheren Lake Agnes zu bestaunen gibt. Frisch aus den Bergen ist das Wasser hier noch so kalt, dass Eisschollen darauf treiben und eine beeindruckende Kulisse bilden.

Zurück am Camper machen wir noch einen kurzen Abstecher zum Lake Moraine, einem ebenfalls schönen, in den umliegenden Gipfeln eingebetteten, See. Für uns nur ein kurzer Aufenthalt, befinden sich am See einfach zu viele Menschen und für einen weiteren Abstecher, weg vom Trubel, fehlt uns die Kraft.

Am nächsten Tag ersparen wir uns die meisten Höhenmeter dank einer Gondelfahrt auf den Sulphur Mountain, welcher als Aussichtsberg einen netten Ausblick auf den Ort Banff und die umliegenden Gipfel bietet. Wanderungen sind von hier aus leider nur begrenzt möglich, sodass wir nach Auf- und Abstieg zum höchsten Punkt wieder die Abfahrt antreten.

Den weiteren Tag verbringen wir mit der Besichtigung einiger heißen Quellen, dem Biotop der dort einmalig vorkommenden Banff Springs Snail, sowie einem Rundgang durch das kleine Örtchen Banff.

Zurück am Campground gönnen wir Mira noch eine Abkühlung und weihen unseren zuvor günstig erstandenen, portablen Gasgrill mit den ersten Steaks ein, bevor wir den Abend bei einem Glas Wein ausklingen lassen.

Am letzten Tag in Banff machen wir uns zu einer Rundtour mit dem Camper auf, wobei unser erster Stopp dem Cascade Ponds Picknick Platz gilt. Eigentlich ein weitläufiges, mit Wasser durchzogenes Gelände scheint das nasse Gut wohl gerade im Urlaub zu sein, und so schauen wir auf grüne Wiesen, Brücken und leere Flussläufe.

Weiter geht es zu den Bankhead Ruinen, einer alten Kohlebergwerkssiedlung die nach kurzer Blütezeit Anfang des letzten Jahrhunderts geschlossen und im Großen und Ganzen komplett in den Nachbarort Banff, inklusiver der Häuser, überführt wurde. Heute gibt ein Lehrpfad über die damaligen Lebensverhältnisse im Ort, sowie über die letzten noch zu sehenden Überbleibsel aus der Zeit Auskunft.

Nach dem kurzen Spaziergang machen wir uns weiter, auf zum Lake Minnewanka, dem größten künstlich angelegten See im Park an dessen Ende ein via Boot zu bestaunender Bergdurchbruch namens Devils Gap liegt. Nicht so recht angetan von dem zu Erlebenden, verzichten wir auf die geführte Bootstour und mieten uns stattdessen einfach selbst ein Motorboot um eine Stunde kreuz und quer über den See zu jagen.

Der letzte Stopp gilt dem Johnson Lake, einem Badesee den es in knapp vier Kilometern zu umrunden gilt. Da Mira gerade so schön schläft, vertrauen wir auf die Outdoor Eigenschaften unseres Buggys und versuchen die Umrundung des Sees mehr oder minder erfolgreich mit ebenjenem.

Mit genügend verbrannten Kalorien machen wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz wo der Grill erneut zum Einsatz kommt und leckere Burger zaubert.

Radium Hot Springs

Wieder zurück auf der Straße steuern wir die heißen Quellen von Radium Hot Springs an, die sich von uns rund 150 Kilometer entfernt befinden. Auf dem Weg dorthin durchqueren wir den Kootenay National Park, der uns die Fahrt mit einigen Stopps entlang der Strecke verschönert. Neben einem Halt an der kontinentalen Wasserscheide, machen wir Stopp am Marble Canyon, einem bizarr schönen Canyon der umringt von gespenstisch wirkenden Überresten verbrannter Bäume und frisch nachwachsendem Grün sein ganz eigenes Flair versprüht.

Den letzten Stopp auf dem Weg legen wir bei den Paint Pots ein, welche nach kurzer Rast unsererseits an einem wunderschön gelegenen Fluss erreicht werden. Die vor uns liegenden Paint Pots bekommen ihre Farbe durch chemische Prozesse die das durch den Ton fließende Wasser im Gestein auslöst. Den Ureinwohnern diente diese Farbe wiederum zur Körper- und Tipibemalung und heute zur Bewunderung dieses farblichen Naturphänomens.

Nicht mehr weit und wir erreichen unsere heutige Unterkunft, wo wir uns zwischen den anderen Campern einquartieren um am nächsten, entspannt begonnenen Tag, die Hot Springs des Ortes anzusteuern.

Das Kürzel Radium vor den hiesigen Hot Springs rührt tatsächlich daher, dass die Quellen leicht radioaktiv, für den Menschen aber ungefährlich, sind. Mit der Erlaubnis unsere Schwimmhilfe im sonst eigentlich badespaßfreien Erholungsbad nutzen zu können, kommt auch Mira in den Genuss der verschieden temperierten Becken.

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