Algonquin Provincial Park & Ottawa

Immer geradeaus sagt das Navi. Mit 80 km/h Höchstgeschwindigkeit auf diesem als Highway betitelten Teil unseres Weges zum Algonquin Provincial Park, eine alles andere als nervenaufreibende Aufgabe. Aber Knöllchen wollen vermieden werden und somit schleichen wir auf der größtenteils einsamen Strecke zum nächsten Ziel.

Algonquin Provincial Park

Der Algonquin Provincial Park ist der wohl berühmteste Park in Ontario. Mit 7725 qm gehört er zu den größten und mit 750.000 jährlichen Besuchern wohl auch den meistbesuchten Parks der Provinz. Die Anzahl der Besucher ist recht beeindruckend, zieht sich durch den südlichen Teil des Parks gerade einmal eine einzige Straße, der Highway 60, womit der restliche Teil komplette Wildnis ist, die nur zu Fuß oder mit einem Kanu erforscht werden kann. Der Tagesbesucher erlebt somit nur einen Bruchteil des von Bibern, Schwarzbären und Elchen bevölkerten Parks. Mit dem Baby unterwegs, war für uns klar, dass mehrtägige Touren mit Rucksack oder Kanu ausfallen und wir stattdessen auf tägliche Unternehmungen zurückgreifen.

Übernachtungen im Park sind entweder unglaublich teuer oder mit Zelt bzw. Camper zu bestreiten. Da unser Campingabenteuer noch vor uns liegt, beschlossen wir einfach eine Unterkunft unmittelbar vor dem Parkeingang zu wählen, die neben vergleichbar günstigen Preisen auch mit direkter Seelage und einem Spielplatzparadies für Kinder punktete. Für Mira die Chance das erstmals als Kapitän im Beisein ihrer Eltern durchzustarten

Den Park erkundeten wir innerhalb von zwei Tagen, wobei wir uns von hinten nach vorne durcharbeiteten und Wanderungen auf wenige Kilometer beschränkten. Zu sehen gab es Wasserfälle, Sumpfgebiete, Wasserläufe, Seen, sehr viel Wald und schlussendlich auch noch den von unserer Gastgeberin täglich erfragten Elch, wenngleich ganz unspektakulär entdeckt, die vielen mit Kamera bewaffneten Touristen und die am Straßenrand geparkten Autos waren ein eindeutiger Indikator dafür.

Neben allerlei Natur beeindruckt uns mittlerweile auch das Wetter in Kanada, welches scheinbar täglich neu ausgewürfelt wird. So schwanken die Temperaturen derzeit zwischen 5°C und 30°C sowie Schnee, Regen, Wolken und strahlendem Sonnenschein, in den wildesten Kombinationen. Nur eine Sache scheint von Konstanz: Tage an denen wir längere Strecken mit dem Auto überwinden, sind grundsätzlich Tage mit hervorragendem Wetter, sodass sich wenigstens unsere Klimaanlage im Auto nicht beschweren kann.

Ottawa

So ist es nicht es verwunderlich, dass wir bei bestem Wetter Ottawa erreichten, wo wir nach kurzem Plausch mit unserer Gastgeberin unser wirklich schönes Apartment bezogen.

Kaum wieder vor der Tür machte Ottawa, im Vergleich zum kalt wirkenden Toronto, einen viel gemütlicheren Eindruck. So fanden wir kleine Läden, einladend wirkende Bars mit entspannten Leuten sowie das ein oder andere nette Restaurant. Es kann gut sein, das der Vergleich hinkt, denn diesmal ließen wir uns nicht unmittelbar in Downtown nieder, sondern wählten einen Stadtteil in unmittelbare Nähe zum Zentrum mit wesentlich netterem Flair.

Unfreiwillig verkürzte sich unsere Zeit für die Besichtigung der Stadt um einen Tag, da ein übler Regentag uns in unseren Unternehmungen stark einzuschränken wusste. Unterm Strich jedoch nur halb so schlimm, konnten wir die Zeit doch endlich einmal nutzen, uns ein wenig mit der bevorstehenden Camperetappe zu beschäftigen.

Den verbleibenden Tag spazierten wir den Trans Canada Trail, einem, sobald komplett fertiggestellt, 18.078 km langen Hiking Trail quer durch Kanada,  in die Innenstadt. Statt einer Bootstour ein Besuch im Parlamentsgebäude, so war der Plan. Leider waren schon alle Karten für den Tag vergeben und es für die Bootstour nun zu spät. Somit blieben wir entspannt, machten es uns auf der Wiese direkt vor dem Parlament bequem bevor wir weiter die Straßen und Gassen der Stadt erkundeten. Hier und da eine nette Bar und so ließen wir uns am ByWard Market nieder, um den Tag ausklingen zu lassen bevor wir den Weg in Richtung Unterkunft antraten.

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