Collingwood & Neudorf

Kaum an der Ostküste angekommen, ging es nach unserem kurzen Intermezzo mit den Delphinen direkt weiter an die nördlichste Spitze der Südinsel, für einen kurzen Zwischenstopp nach Collingwood. Während sich der Ort selbst als ein wunderbar verträumtes Dörfchen, bevölkert von einer Art neuseeländischer Aussteiger, präsentierte, ist das eigentliche Highlight in der unmittelbaren Umgebung das Cape Farewell mit seinem Spit, sowie einige bekannte Tracks die hier ihren Start- bzw. Endpunkt finden.

PB260192.JPGPB260204.JPGPB260193.JPGPB260215.JPGPB260205.JPGPB260227.JPGP1060241.JPGPB260228.JPGPB260225.JPGPB260219.JPG

 

Da wir lediglich eine Nacht in Collingwood verbrachten, reichte unsere Zeit zum Erkunden der Gegend lediglich für eine Kurzvisiste der Empfehlungen, die uns unser diesmaliger Gastgeber freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte. Darunter der Wharaiki Beach, der Farewell Spit sowie die Pupu Springs, die wir noch gut auf unserem Weg zurück, wieder gen Süden, erledigen konnten.

Der Wharaiki Beach ist ein recht ansehnlicher und aufgrund seiner exponierten Lage auch menschenleerer Strand, der zu bestimmten Zeiten im Jahr mehrere Robbenkolonien, und hierbei insbesondere deren Jungtiere, beherbergt. Während unseres Aufenthaltes war die Zeit für Nachwuchs scheinbar noch nicht gekommen oder aber schon wieder vorbei. War jedoch gar nicht schlimm, beschäftigte uns, sinnierend über unsere Kindheit, eine ganz andere Frage.

So ist es doch so, dass wenn man an der Ostsee am Strand ein Loch gräbt, irgendwann Wasser zum Vorschein kommt, welches dann als Grundlage für jegliche Kleckerburg dient. Handelt es sich bei dem nach oben tretenden Wasser dann eigentlich um Süß-, bzw. Grundwasser, dass nun bei 0 Meter über dem Meeresspiegel nach oben gedrückt wird, oder aber drückt das Meer Wasser in den Sand, sodass es sich um Salzwasser handeln muss?

Ausgerüstet mit zwei an den Strand gespülten Stöckern machten wir uns ans Werk des Rätsels Lösung zu offenbaren. Leider ohne Erfolg. Keine Ahnung ob die Ostsee in der Hinsicht irgendwie besonders ist, uns wollte es aber trotz mehrfacher Wechsel des Grabungsortes einfach nicht gelingen Wasser zum Vorschein zu bringen. Irgendwann war dann immer der Arm zu kurz, sodass wir unsere Bemühungen gefrustet aufgeben mussten. Für sachdienliche Hinweise zur Lösung sind wir natürlich unendlich dankbar.

PB260260.JPGPB260273.JPGPB260274.JPGPB260275.JPGPB260266.JPGPB260282.JPGPB260284.JPGPB260285.JPGPB260289.JPGPB260287.JPGPB260301.JPGPB260307.JPGPB260311.JPGPB260318.JPGPB260321.JPGPB260324.JPGPB270329.JPGPB270332.JPGPB270337.JPG

 

Vom Wharaiki Beach ging es die Schotterstraße zurück, mit Zwischenstopp am Cape Farewell, welches den nördlichsten Punkt der Südinsel darstellt, um schließlich am Farewell Spit anzukommen. Der Farewell Spit ist im Grunde eine riesige Sanddüne, welche sich kilometerweit ostwärts in das Meer erstreckt. Aufgrund seiner Fragilität ist es nur erlaubt, die ersten Kilometer der Dünenlandschaft auf eigene Faust zu erkunden, wenngleich eine Rundtour auch hier schon mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Wer jedoch den ganzen Spit entdecken möchte, muss sich einer geführten Tour anschließen, die für uns, aufgrund bereits vorhandener exzessiver Dünenerfahrung in Australien sowie der knapp bemessenen Zeit heute, nicht infrage kam. Um dennoch einen guten Überblick über das Geschehen zu bekommen, begrenzten wir unsere Wanderung auf einen kurzen Weg auf dem Spit, um anschließend in einem Café einzukehren, das einen recht imposanten Blick, Fernglas vorausgesetzt, auf die vor einem liegende Dünenlandschaft bot.

PB270348.JPGPB270350.JPGPB270352.JPGPB270358.JPGPB270363.JPGP1060249.JPGP1060259.JPGP1060268.JPGP1060270.JPGP1060284.JPGP1060283.JPGP1060286.JPGP1060292.JPGP1060291.JPG

 

Nach Kaffee und Kuchen ging es dann den weiten Weg zurück in Richtung Motueka, wo wir noch einmal für die bereits erwähnten Pupu Springs zwischenstoppten. Ungefähr eine Stunde dauert der Ausflug zu dem wohl klarsten Frischwasser der Welt (63 Meter Sichtweite) welches hier mit 14.000 Litern pro Sekunde aus dem Boden sprudelt. Leider ist jeglicher Kontakt mit dem Wasser streng verboten. Zu groß ist die Gefahr, dass das Wasser mit der auf der Südinsel grassierenden Didymo-Alge verschmutzt wird, die sich bei Infektion in schleimiger, brauner Konsistenz auf alle Steine im Wasser legt. Schade eigentlich, denn ein Tauchgang in dem Wasser muss einfach nur wahnsinnig spektakulär sein, sieht man doch schon von der Oberfläche meterweit die schillernden Farben unter der Wasseroberfläche.

PB270375.JPGPB270380.JPGPB270381.JPG

 

Sattgesehen vom kristallklaren Wasser ging es weiter südlich erneut über die Berge in die Nähe von Motueka, in die Neudorf Road, wo wir, der freundlichen Einladung von Doreen folgend, ein paar Tage verbringen durften.

In Doreens herrlich bequemen Holzcottage, mit wunderbarem Blick auf die mit Kühen und Schafen bevölkerten umliegenden Hügel, hieß es für uns erst einmal anzukommen, was bei der herrlichen Lage und der netten Gesellschaft nicht schwer fallen sollte. Neben interessanten Gesprächen, dem Zelebrieren unserer so schnell erreichten Halbzeit, einigem Wein und einem unheimlich unterhaltsamen Schmatzewurm, versuchten wir uns ebenfalls an einer neuseeländischen Spezialität und machten unsere erste Muschelerfahrung. Dank Doreens langjähriger Expertise auf diesem Gebiet war zumindest die Zubereitung des Gerichtes unheimlich unkompliziert. Lediglich beim Verzehr gab es einige Verwunderung, da meine erste Muschel die einmalige Gelegenheit bot, neben meiner ersten Muschel- auch meine erste Krabbenerfahrung zu machen. Wie mir jedoch versichert wurde, kein sehr häufiges Ereignis.

Neben Muscheln und Krabben gab es für uns in Neudorf noch weitere Prämieren, wie unsere ersten Berührungen mit der Rudolf Steiner Kultur und anderen alternativen Ansichten, die sich von absolut sinnvollen Erziehungskonzepten im Kindergarten bis hin für uns eher merkwürdigen Ansichten im Alltag bewegten. So konnten wir uns ehrlicherweise ein Schmunzeln nicht verkneifen, als ein Freund der Familie den Eintritt in das Cottage verweigerte, bis auch die letzte UMTS Verbindung, aufgrund der exzessiven Strahlung, unterbrochen wurde. Trotz unterschiedlicher Lebensansichten, dennoch ein liebenswerter Haufen, dem wir gerne noch ein wenig länger beigewohnt hätten.

PB270391.JPGP1060347.JPGP1060293.JPGP1060296.JPGP1060300.JPGP1060301.JPGP1060305.JPGP1060307.JPGP1060309.JPGP1060310.JPGP1060337.JPG

 

Während wir unsere Abende entspannt in netter Gesellschaft verbrachten, versuchten wir am Tage die Gegend zu erkunden. Eigentlich bietet sich zu diesem Zwecke ja der recht bekannt und nah gelegene Abel Tasman Nationalpark an, dieser liegt jedoch auf der anderen Seite der Berge nördlich des kleinen Örtchen Motueka. Da wir die Strecke mit dem Besuch in Collingwood schon zweimal befahren hatten und die Fahrt aufgrund der Höhenlage alles andere als angenehm zu befahren ist, verzichteten wir auf eine weitere Überquerung der Berge und suchten nach anderweitiger Beschäftigung. Fündig wurden wir in Motueka, wo wir ein paar Cafés erkundeten, sowie meine Haare wieder auf eine erträgliche Länge stutzen ließen.

Da der Abel Tasman Nationalpark aus genannten Gründen nicht zur Debatte stand, entschieden wir uns für den Kahurangi Nationalpark, welcher im Nachhinein betrachtet noch schwieriger zu erreichen war. So starten alle Tracks in der Gegend von einem Parkplatz auf 850 Metern Höhe, die es auf einer kilometerlangen und steilen Schotterstraße zuerst zu überwinden gilt. Hatten wir im Tal noch hervorragendes Wetter, begrüßte uns der Berg wunderbar verhangen, sodass wir unsere Tour aufgrund der „beschränkten“ Sicht abbrechen mussten und wieder gen Tal düsten.

Obwohl wir am folgenden Tag nach Picton weiterziehen wollten, entschlossen wir uns dennoch bei wolkenfreiem Himmel den beschwerlichen Weg zum Flora Carpark erneut auf uns zu nehmen um den Gipfelsturm ein zweites Mal zu versuchen. Zur Wahl standen der Mount Arthur mit 1795 Metern sowie der Mount Lodestone  mit 1462 m wobei ersterer geschätzte 6-8 h und letzterer geschätzte 4 Stunden in Anspruch nehmen sollte. Aufgrund der weiteren Tagesplanung entschieden wir uns schließlich für den Lodestone Walk, wenngleich sich die Aufstiege, verwöhnt von den Great Walks, als extrem beschwerlich herausstellen sollten. So glich der Aufstieg in vielen Fällen eher einer Kletterpartie, unter Verwendung aller vier Gliedmaßen, als dass von einer entspannten Wanderung die Rede hätte sein können. Kein Wunder also, dass wir völlig fertig den Gipfel erreichten, der uns aber wolkenfrei und mit wunderbaren Aussichten belohnte und die Strapazen schnell wieder vergessen machte. Obwohl wir zum Abstieg eine andere Route als beim Aufstieg wählten, ging es auch hier oftmals nur auf allen vieren vorwärts. Wäre es in solchen Situationen eigentlich verwerflich ein Seil mitzuführen um sich bei den entsprechenden Partien abseilen zu können? Uns hätte dies die Sache an einigen Stellen auf jeden Fall unheimlich erleichtert.

P1060324.JPGP1060317.JPGP1060314.JPGP1060312.JPGP1060352.JPGP1060357.JPGP1060361.JPGP1060363.JPGPB290393.JPGPB290396.JPGPB290398.JPGPB290401.JPGPB290402.JPGPB290409.JPGP1060368.JPGP1060376.JPGPB300420.JPGPB300422.JPGPB300425.JPGPB300426.JPGPB300434.JPGPB300448.JPGPB300453.JPGPB300458.JPGP1060380.JPGP1060383.JPGPB300459.JPGPB300461.JPGPB300470.JPGPB300474.JPGPB300483.JPGPB300485.JPGP1060386.JPGPB300488.JPGPB300498.JPGPB300501.JPGPB300508.JPGPB300514.JPGPB300520.JPGPB300534.JPGPB300537.JPGP1060397.JPGP1060402.JPGPB300543.JPGPB300546.JPGPB300547.JPGPB300556.JPGPB300559.JPGP1060404.JPG

 

Ein Kommentar zu “Collingwood & Neudorf

  1. doreen & lilly

    …ohhh, ich werde silvester an euch denken – gebt dem einarmigen banditen einen warmen händedruck von mir!! wir hoffen, es geht euch jipppiijaayeahh! gruß von der mobile mädels wg aus golden bay / pohara beach, wo es seit 24 stunden wieder wie verrückt regnet. cheers d&l

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.