Kanada (Toronto & Niagara)

Der nächste Versuch einen vollständigen Reise- / Erlebnisblog niederzuschreiben. Nachdem unsere sechsmonatige Auszeit noch Lücken in Mexiko und Curacao aufweist, schafften es auch die letzten Stationen in Südafrika nicht mehr auf die Seite. Unsere zwischenzeitlichen Erlebnisse in Jordanien und auf Madeira wurden erst gar nicht erwähnt.

Anlass des nochmaligen Anlaufs ist eine erneute Alltagsunterbrechung, ermöglicht durch unser neustes Reisemitglied welches uns nun schon seit über zehn Monaten begleitet. Und bevor wir die geschenkte Zeit im sicherlich auch wunderschönen, frühlingshaften Berlin verbringen, wurden die Koffer gepackt und der Flieger nach Kanada bestiegen. Für die nächsten zweieinhalb Monate unser neuer Gastgeber.

Toronto

Neun Stunden dauert ein Flug von München nach Toronto. Neun Stunden in denen wir uns über die extra gebuchten Sitze der „Mutter-Kind“ Reihe freuen dürfen. Business? Pah! Einfach mit Baby reisen und schon gibt es, zumindest aus unserer Economy Sicht, nahezu unbegrenzten Platz für unsere kurzen Beine sowie noch ein extra Bett für die Kleine, sodass in den, wenngleich nur kurzen Schlafphasen, Entspannung für alle garantiert ist. Zudem ist uns mit Mira immer der Babybonus gewiss, sodass wir von einer extra freundlichen und fürsorglichen Behandlung durch die Stewardess profitieren.

In Toronto angekommen geht es nur schleppend durch die Passkontrolle. Ärgerlich insbesondere für das Kind, welches mittlerweile einen gewissen Bewegungsdrang verspürt, sodass wir sie schließlich diverse Beine, Schuhe und Koffer erkunden lassen. Anschließend ist das Gepäck schnell gefunden, das Auto besorgt und wir in Richtung Downtown Toronto unterwegs.

Toronto ist mit 2,6 Millionen Einwohnern die größte Stadt Kanadas und über die Highlights dieser Stadt zu schreiben fällt schwer. Vielleicht lag es an der noch nicht begonnenen Saison oder dem nicht ganz so freundlichem Wetter während unseres Aufenthaltes, aber so recht vermochte der Funken nicht überspringen zu wollen. So wirkte der als Downtown bezeichnete Teil sehr künstlich, aus viel Beton errichtet und unbelebt. So unbelebt, dass wir uns in anderen Städten nochmals über den Ruf der Gegend schlau gemacht hätten. Vielleicht traut sich ja nur niemand nach draußen? Fest stand jedoch, dass die Gegend völlig in Ordnung war. Immerhin befand sich in direkter Nähe eine der Hauptattraktionen, das mit 553 Metern höchste freistehende Gebäude des amerikanischen Doppelkontinents (und bis 2007 der Welt), auch bekannt als Canadian National Tower (CN)Tower.

Unglücklicherweise war bei dieser Top-Attraktion nicht nur die Aussicht sondern auch der zu zahlende Preis atemberaubend. So hat man vom Turm zwar eine beeindruckende Aussicht weit über Toronto ins Umland hinein, aber der als Highlight angepriesene Glasboden einer der Aussichtsplattformen, entpuppte sich als zwei Quadratmeter großes Glasfliesenanordnung die einen wenig spektakulär Ausblick in die Tiefe freigab.

Unsere Highlights in der Stadt fanden wir dann eher in den Randbezirken, in denen die Betonfassaden alten, stilvollen Häusern Platz machen oder in Chinatown, welches uns immer wieder vor Augen führt das die Integration einer fremden Kultur und das Ausleben lassen dieser in der eigenen Kultur, durchaus eine Bereicherung darstellen kann.

Niagara

Nach nur drei Nächten ließen wir die Stadt hinter uns und machten uns auf in Richtung Wasserfall. Um nicht direkt im Trubel unterkommen zu müssen, entschieden wir uns die nächsten Nächte in der Ortschaft Niagara on the Lake zu verbringen. Wenngleich der Name der berühmten Wasserfälle noch in dem beschaulich schönen, kleinen Ort mitschwingt, sind es von hier aus noch einmal circa vierzig Minuten bis zur berühmten Hauptattraktion.

Neben dem Namen gibt es jedoch nur noch wenige Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Orten. Während in Niagara on the lake noch gemütlich am See entlang spaziert, im Park verweilt oder im Pub das Bier genossen wird, tummeln sich an den Wasserfällen tausende erlebnishungriger Touristen auf der Suche nach dem großen Abenteuer.

Obwohl die Fälle wirklich imposant und die Bootsfahrt zu ebenjenen durchaus empfohlen werden kann, reicht die Beschäftigungstherapie des Ortes weit über das zu Erwartende hinaus. So finden sich in Niagara neben zahlreichen Hotels auch noch Casions, Spielstätten für Kinder, Gruselkabinetts, Erlebnisparks, Aussichtsplattformen und vieles mehr an Attraktionen welche beim schnellen Schrumpfen des Urlaubsbudgets helfen möchten.

Für uns eine nette, wenngleich irritierende Show die wir an uns vorbei ziehen ließen, schnell wieder zurück in unser beschauliches Örtchen, auf ein Eis in der Sonne.

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