Mont Tremblant & Québec

Ottawa verkörpert wie keine andere Stadt die Zweisprachigkeit des Landes, was nicht nur an der Funktion als Hauptstadt und somit in der Repräsentationsfunktion der zwei großen Amtssprachen Englisch und Französisch liegt (Ottawa ist die einzig offiziell zweisprachige Stadt des Landes), vielmehr teilt sich die Stadt am Ottawa River in einen englischsprachigen und einen französischsprachigen Teil, in Form der Zwillingsstadt Gatineau direkt am anderen Ufer des Ottawa Rivers.

Unsere Unterkunft sowie unsere Unternehmungen fanden eher unbewusst alle im englischsprachigen Ottawa statt, wenngleich auch hier das Französisch allgegenwärtig ist. So sind Beschilderungen immer auf Französisch und Englisch und auch sonstige „amtliche“ Informationen werden in beiden Sprachen angegeben. Straßen heißen so schon einmal laut Beschilderung „Rue Bank Street“. Das sich dieses Schema auch auf unserer weiteren Reise ins französischsprachige Kanada durchziehen würde, davon gingen wir aus.

Unglücklicherweise wurden wir bereits in Ottawa nur mit der Überquerung des Ottawa Rivers eines Besseren belehrt. Keine zehn Meter hinter der Brücke wandelt sich der englische Subway Slogan zum französischen. Ja okay, kann man ja machen, aber das die englischen Hinweise nun komplett aus dem Straßenbild verschwinden, fanden wir dann doch recht übertrieben. So hatte die nächste Tankstelle im französischsprachigen Gatineau keinerlei englische Hinweise oder Bezeichnungen mehr und auch im Sprachgebrauch wurden wir keine drei Meter hinter dem Fluss direkt auf Französisch statt Englisch angeranzt. Temperament haben sie auf jeden Fall die frankophonen Kanadier.

Mont Tremblant

Mit der Mobilmachung unserer letzten Französischkenntnisse fuhren wir aus Ottawa direkt nach Mont Tremblant, einem Winterskigebiet, welches mit der direkten Nähe zum gleichnamigen Provincial Park auch in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel für die gestressten Großstädter der Umgebung darstellt.

Mit nur einem Tag Aufenthalt beschränkten wir unseren Besuch im Park auf den direkt anliegenden, als Secteur de la Diable bezeichneten, Teil des Parks der unweit unserer Unterkunft lag.

Der Park selbst lag noch ein wenig im Winterschlaf, sodass zum Zeitpunkt unserer Ankunft weder der Parkeingang besetzt noch Straßen in den Park vollständig fertig waren. Leider gab auch das Informationszentrum nicht sehr viel her, sodass wir nun die schon am Vortag herausgesuchten Wanderungen bzw. Kurzausflüge antraten. Neben Wasserfällen, Flussläufen und einer einheimischen Hirschart bekamen wir vor allem eins zu sehen: Die aktuelle Blackfly- und Moskito- Saison. Dank dieser possierlichen Tierchen war es uns leider nicht möglich das Dargebotene wirklich zu genießen,  stürmten die kleinen Plagegeister doch bei jedem Stillstehen zu Hunderten auf uns ein. Nicht gerade angenehm in diesem Umfeld vom örtlichen Ranger auf die korrekte Entrichtung der Parkgebühren kontrolliert zu werden, während man selbst, sehenden Auges von allerlei Getier zerfleischt wird.

Mit sinkender Motivation verabschiedeten wir uns somit vorzeitig aus dem Park und widmeten unsere Zeit nun dem Örtchen Mt. Tremblant selbst, welches sich als nettes Winterskigebiet, allerdings im Sommerschlaf, herausstellen sollte. Schwarzwaldflair in Kanada fasst das Dargebotene ganz gut zusammen.

Québec

Sicherlich hätten wir noch ein gutes Stück mehr Zeit in Mt. Tremblant verbringen können, aber unser Aufenthalt im Osten des Landes ist begrenzt und so machten wir uns auf Richtung Québec , der vorletzten Station vor dem Abflug in den Westen.

Die Fahrt nach Québec ist die bisher längste Etappe unserer Reise und es ist wirklich erstaunlich wie gut das Baby die vielen neuen Eindrücke und die längeren Etappen im Auto ohne jegliches Murren wegsteckt. Lediglich die eine oder andere Pause im Grünen während einer langen Fahrt mit entsprechendem Unterhaltungsprogramm müssen wir einlegen.

In Québec haben wir das Glück bei Freunden unterkommen zu dürfen, die uns unweit der Altstadt in ihrem Haus direkt mit einem Barbecue begrüßen. Für uns eine super Gelegenheit mehr über das Leben in Kanada, insbesondere im französischsprachigen Teil zu erfahren.

Nach Ottawa und Toronto ist das unser dritter Städteaufenthalt und bisher auch der Schönste. In Québec der wohl die älteste Stadt Nordamerikas, ist wie bisher nirgends der europäische Einfluss in den Bauwerken sicht- und die französische Kultur im Alltag spürbar. Kein Wunder das es die Stadt 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe geschafft hat.

Den ersten unserer beiden Tage verbringen wir schlendernd zu Fuß in der Altstadt sowie den angrenzenden Stadtvierteln, wobei wir uns einfach Treiben lassen, lediglich kurzeitig durch ein starkes Unwetter zu einer Zwangspause gezwungen.

Den zweiten Tag geht es kurz zum Montmorency Wasserfall, einer lokalen, durchaus sehenswerten Attraktion, bevor wir uns zurück zu unserer Unterkunft machen. Den eigentlichen Plan die noch offenen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden verwerfen wir liebend gern für einen Ausflug in den benachbarten Park mit unseren Gastgebern sowie Kindern und Kegel. Anschließend lassen wir den Tag bei einem Käse Fondue sowie einigen Gläsern Wein gemeinsam ausklingen. Herzlichen Dank noch einmal dafür!

Ein Kommentar zu “Mont Tremblant & Québec

  1. Sandra

    Ihr macht das alles genau richtig – ich wünsche Euch weiterhin eine schöne Zeit. Julia hab ich auch noch mal „vorgewarnt“ – sie freut sich, wenn Ihr Euch meldet.

    Und da hab ich doch einen Bär gesehen im Wald, oder? Ui!

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