Montreal & Calgary

Nur noch einmal geht es in unserem schwarzen Flitzer zu einer weiteren Etappe im Osten Kanadas. Bevor wir uns aber daran machen Buggy, Wanderschuhe, Kinderzelt und Babyautositz wieder Flugzeugadäquat zu verstauen, machen wir unsere letzte Station in Kanadas Osten unsicher.

Montreal

Schon in Quebec wurden wir darauf hingewiesen, dass Montreal wohl am ehesten unserer Vorstellung des mehr oder minder ungezwungenen Miteianders der englischen und französischen Sprache entsprechen würde. Und obwohl Montreal zum frankophonen Québec gehört, fällt es hier mit entsprechenden Englischkenntnissen wohl schwer Französisch zu lernen.

Das beide Sprachen recht entspannt koexistieren, wurde uns direkt klar, als wir im ersten Laden in Montreal den Verkäufer fragten, ob er denn auch Englisch sprechen würde und wir als Antwort einen recht irritierten Blick und die Antwort „Ja, natürlich“ erhielten. Auch auf Spielplätzen und in den Straßen bemerkten wir das ständige Miteinander der Sprachen in den sich die Leute und Kinder unterhielten.

Neben der Koexistenz der Sprachen bot uns Montreal in der kurzen Zeit unseres Aufenthaltes auch sonst einen sehr hohen Wohlfühlfaktor. Vielleicht lag es an dem schönen Viertel in dem wir unterkamen, in dem uns viele entspannte Leute, nette Straßen und gute Restaurants umgaben.

An unserem ersten Tag ließen wir uns entspannt durch die Stadt treiben, während wir versuchten die eine oder andere Sehenswürdigkeit mitzunehmen. Wie so oft in den Städten ließ das Wetter uns etwas im Stich, sodass beispielsweise der Hafen und die Promenade, wie bereits in Toronto, noch im Winterschlaf steckten. Entschädigung für das Wetter bot jedoch unser Tipp für das Abendessen. Poutine klingt nicht nur wie das Oberhaupt aller Russen, hier ist es auch eine kanadische Fastfoodspezialität, bestehend aus einer Pommes-, Käse-, brauner Soße Basis, welche dann vielfältig variiert werden kann und sicherlich auch in Berlin großen Anklang finden würde.

Mit besserem Wetter scheiterte unser Versuch der Begehung des Hausberges Mont Royal an der Unfähigkeit unserseits eine buggyfreundliche Route nach oben zu finden. Dies, unsere Unlust noch einmal durch die Straßen Downtowns zu schlendern und der Tipp den Romy irgendwo aufgeschnappt hatte, änderten wir uns unsere Pläne somit spontan und wir machten uns mit dem öffentlichen Verkehrsmitteln auf in Richtung Olympiastadion, in dessen unmittelbarer Nähe der zweitgrößte botanische Garten der Welt liegt. Und obwohl wir nun wahrlich keine Botaniker sind, ist die Anlage, inklusive Insektarium, bei schönem Wetter eine empfehlenswerte Alternative innerhalb der Stadt zu den sonstigen Sehenswürdigkeiten.

Calgary

Mit stattlichen 2455 Kilometern mehr auf dem Tacho, geben wir unseren mittlerweile liebgewonnenen Leihwagen am Flughafen in Montreal zurück an seinen rechtmäßigen Besitzer. Für uns heißt es Abschied nehmen und nach Abgabe unseres Gepäcksammelsurium den Flieger in Richtung Calgary zu besteigen.

Obwohl wir mit Kind direkt am Anfang einsteigen dürfen, wartet in unserer Dreierreihe bereits eine Dame, die über den Anblick von zwei Leuten mit Kleinkind in Ihrer Sitzreihe alles andere als begeistert ist und somit zeitnah um einen anderen Sitzplatz bittet. Perfekt für uns, haben wir die nächsten viereinhalb Stunden für Mira einen eigenen Sitzplatz. Der Flug verläuft dementsprechend entspannt und die Zeit vergeht fast wie im Flug.

In Calgary angekommen, bringt uns ein Shuttle zu unserem Hotel gleich um die Ecke, von dem wir nach einer unspektakulären Nacht und Frühstück am nächsten Morgen von unserem Camper Vermieter abgeholt werden. Hier gibt es ein paar Formalien zu klären und nach einer kurzen und recht unbeholfenen Einweisung sind wir unterwegs zum knapp 50 km entfernen Campground, in dem wir unsere Massen an Gepäck erst einmal in Ruhe verstauen wollen.

Bevor wir den Campground erreichen, füllen wir unsere Vorräte im Supermarkt auf und kaufen auch sonstige fehlende Artikel, die wir für unentbehrlich halten. Bereits unterwegs fällt uns dabei auf, dass der Kühlschrank scheinbar eine längere Anlaufzeit braucht um eine als kalt zu bezeichnende Temperatur zu erreichen. Nachdem auch am nächsten Morgen noch keine wirklichen Fortschritte erkennbar sind und uns zudem nun auch noch die Klotür beim Öffnen ständig aus den Angeln fällt, stehen wir nach einem Telefonat mit dem Vermieter erneut auf dem Parkplatz desselben. Nach knapp zwei Stunden und 100 km Umweg sind wir zurück auf der Straße und können nun unser eigentliches Ziel, Banff im gleichnamigen Nationalpark ansteuern und das Campingabenteuer kann beginnen.

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