Paul Lake Provincial Park, Nairn Falls Provincial Park & Whistler

Noch eben schön am See, die Sonne auf der Haut sitzen wir keine zwei Tage später erneut in unserem Camper um die nächsten Kilometer in Angriff zu nehmen. Für uns gar nicht mehr so einfach, langweilt sich das Baby doch zunehmend auf den langen Fahrten, sodass wir versuchen die Zeiten in denen das Kind für gewöhnlich schläft mit Fahren zu verbringen.

Für uns bedeutet dies den Verzicht auf das Frühstück, welches wir stattdessen nach dem Aufwachen von Mira, verbunden mit einer Pause zu uns nehmen. Wenngleich wir mit leeren Bäuchen losfahren, ergibt sich auch für uns ein kleiner Vorteil dieser Vorgehensweise, wir stoppen und genießen Plätze an den wir sonst vielleicht nur vorbei gefahren wären.

Paul Lake Provincial Park

Der Grund für unsere Stopps im Paul Lake Provincial Park und dem Nairn Falls Provincial Park liegt eigentlich nur darin begründet, dass uns der Weg nach Whistler in einem Rutsch viel zu weit ist. Ferner bietet uns der Paul Lake Provincial Park noch die Möglichkeit das erste Mal seit langem wieder in einer größeren Stadt, mit allen Annehmlichkeiten einkaufen zu gehen. Nicht ganz unwichtig, sehen wir doch einer großen Party in nicht allzu vielen Tagen entgegen, für die wir noch Besorgungen vornehmen müssen.

Nach unserer Shoppingtour steuern wir den einige Kilometer entfernten Park an, wieder einmal bei bestem Wetter, sodass einem Besuch im und am See nichts entgegensteht. Ein weiteres Highlight für das Baby, welches das Element Wasser mittlerweile über alles lieben gelernt hat.

Der Campingplatz ist, wie bisher alle Plätze der staatlichen Parks großzügig angelegt und dennoch kommen wir schnell mit unseren kanadischen Nachbarn ins Gespräch, die sich hier mit Freunden und ihrer 18 Monate alten Tochter für ein paar Tage niederließen. Zum Abschluss des Tages packen wir einmal mehr unseren, mir absolut liebgewonnenen, Grill aus und lassen den Tag mit Burgern und Wein ausklingen.

Nairn Falls Provincial Park

Von einem Zwischenstopp zieht es uns am folgenden Tag zum nächsten Zwischenstopp, dem Nairn Falls Park. Obwohl nicht weit von Whistler entfernt, stoppen wir hier erneut, da uns und dem Baby nach 300 Kilometer einfach die Puste fehlt.

Da die Fahrt einiges an Zeit in Anspruch genommen hatte, gönnen wir dem Kind noch ein wenig Spielzeit und verschieben den Besuch der Wasserfälle auf den nächsten Tag.

Die Wasserfälle selbst sind ein netter Zwischenstopp, lohnen eine extra Anreise aber sicherlich nicht. Beeindruckend ist, wie das Wasser sich teilweise in den Stein bohrt und somit recht ansehnliche  Formationen zustande bringt. Für uns nur ein kurzes Intermezzo, bevor wir uns nach Whistler fahren.

Whistler

Whistler ist für die Bewohner Vancouver das Wintersportmekka schlechthin, liegt es doch nur rund 100 km von der Großstadt entfernt. Bekannt als Austragungsort der olympischen Winterspiele 2010, bietet Whistler so ziemlich alles was das Wintersportherz begehrt. Da sich jedoch selbst in Kanada im Sommer nur schlecht Ski fahren lässt, musste sich der Ort zur Unterhaltung der Touristen in dieser Jahreszeit etwas anderes einfallen lassen. Die meisten Orte setzen dabei auf die üblichen Wanderwege hoch in den Bergen um den Gondelbetrieb auch in den warmen Monaten in Betrieb zu halten. Da es weniger begeisterte Wanderer als Skifahrer gibt, führt das in der Regel dazu, dass solche Wintersportorte im Sommer ruhig und beschaulich daher kommen, sowie wir es bereits in Mt. Tremblant erleben durften.

Anders sieht dies in Whistler aus. Während andere Orte in die Nebensaison verfallen, startet in Whistler die zweite Hauptsaison der Mountainbiker, die zu tausenden den Ort sowie die Pisten auf den Bergen unsicher machen. Ein geniales Geschäftskonzept, garantiert es zu allen Jahreszeiten volle Auslastung bei Verwendung der größtenteils selben Ressourcen.

Dass das ganze Treiben sowie die olympischen Spiele dem Ort gut tun, sieht man an allen Ecken. Gut ausgebaute Fahrradwäge, Informationen an allen Ecken und Enden, kleine nette und gepflegte Details im Ort und selbstverständlich pikobello sauber kommt Whistler daher.

Für uns völlig überraschend, hatten wir einen so geschäftigen Ort gar nicht erwartet. Erst durch ein paar Fotos und Nachrichten von Alex, einem ehemaligen Kommilitonen, der sich zufällig ebenfalls zur gleichen Zeit im Ort aufhielt, wurden wir auf das Mountainbike-Mekka aufmerksam. Dank einem Treffen mit Alex am ersten Tag vor Ort sind wir nun ein wenig schlauer, was diese bisher von uns wenig beachtete Sportart anbelangt, die anscheinend doch tausenden Leute in ihren Bann zieht, die hier täglich für nicht wenig Geld ihre Runden, meist die Berge hinab, drehen.

„Happy Birthday Baby!“. Zack! So schnell geht das und ein Jahr ist rum. Gestern noch ein winziges, hilfloses Wesen können wir derzeit keine zwei Minuten die Augen vom Kind lassen ohne es im Anschluss irgendwo suchen zu müssen. Immerhin kennen wir einige präferierten Plätze, wie dieser direkt unter dem Auto, was die Zeit erheblich verkürzt. Ein Jahr das natürlich gebührend gefeiert werden will und so stellen wir diesen Tag ganz in den Fokus unseres Kindes.

Los geht es mit Luftballons und einer Party zu der wir alle Kuscheltiergäste geladen haben. Selbstverständlich gibt es Kuchen, eine Kerze und Geburtstaglieder werden gesungen. Geschenke werden ausgepackt und das Baby freut sich über all den Trubel um sie herum.

Für den Tag verlagern wir uns auf gemietete Räder und fahren die gut ausgebauten Wege ab die uns an Seen, inklusive Badestopp, sowie an einem Wasserspielplatz, welcher selbstverständlich auch bespielt wird, vorbei führen. Das Kind schaukelt zwischen den Attraktionen gemütlich im Anhänger hin und her und lässt es sich nicht nehmen, den einen oder anderen Kilometer im Gefährt zu verschlafen.

Abends geht es noch ins Restaurant, eine Empfehlung von Alex, wo das Kind ganz im Zeichen seines Ehrentages, die Nudeln mit der Hand essen darf. Gleiches gilt für das Stück Torte, welches am Abend noch im Camper gereicht wird, bevor wir das Baby mit kleinem Umweg über die Spüle den Träumen übergeben.

Wir hoffen ein gelungener erster Geburtstag. Von Seiten des Kindes gab es zumindest keine Beschwerden.

„Ich hätte nicht gedacht, dass es eine Sportart gibt, mit der sich noch mehr Geld machen lässt, als mit Ski fahren.“ meint unser freundlicher Mitfahrer in der Gondel, während vor, hinter und neben uns hunderte Mountainbiker samt ihrer Räder den Berg hinauf befördern werden. Rauf geht es auf den Whistler Mountain, den Hausberg des Ortes, welcher wiederum durch eine über drei Kilometer lange Peak-2-Peak Gondola mit dem Blackcomb Mountain verbunden ist, ganz nebenbei die längste freie Spannweite einer Gondel weltweilt. Zusammen ergibt dies das größte Skigebiet Nordamerikas mit einigen Touristen jedes Jahr, die das 10.000 Seelen zählende Örtchen ganz schön in Beschlag nehmen.

Da unsere Mountainbike Ambitionen beschränkt sind, machen wir das, was wir sonst auch auf einem Berg im Sommer tun, wir schnüren die Wanderschuhe und versuchen uns vom wilden Gewimmel ein wenig abseits zu schlagen. Schnell wird uns klar, dass wir auf dem Whistler Mountain nicht sonderlich erfolgreich werden, sind doch die interessanten Trails noch gesperrt und die Fahrt auf den Gipfel für Personen unter einem Meter aus Evakuierungsgründen, wie man uns erklärt, nicht erlaubt.

Somit machen wir uns mit einer gemütlichen Gondelfahrt hinüber auf den Blackcomb Mountain und starten von dort aus eine bunte Mischung an Trails die uns quer über den Berg führen. Leider verlieren wir dabei ein wenig die Zeit aus dem Auge, sodass wir die letzte Sesselliftbahn auf den Gipfel verpassen, die im Gegensatz zum Nachbarberg auch Gäste unter einem Meter transportiert.

Somit machen wir uns dennoch genährt von schönen Eindrücken zurück nach Whistler um unsere nächste Etappe, gleich um die Ecke, nach Squamish in Angriff zu nehmen.

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