Weg nach Jasper

Nach unseren mehrtägigen Aufenthalten in Banff und Radium Hot Springs geht es nun im Übernachtungshopping in vier Tagen nach Jasper wobei wir den auf dem Weg liegenden Nationalparks so viel Aufmerksamkeit zu schenken versuchen, wie bei rund 750 km in nur vier Tagen irgend möglich.

Revelstoke

Am ersten Tag unserer Tour nach Jasper geht es recht fahrintensiv 260 km mit unserem Camper nach Revelstoke, Tor zum Mount Revelstoke National Park, den wir am nächsten Tag unsicher machen wollen. Die Tour ist für unsere Routenplanung eine Sackgasse, sodass wir Teile der Strecke bereits wissend nochmal befahren werden. Stopps sind deshalb nicht vorgesehen, sodass wir recht zielsicher nach vier Stunden den Ort erreichen. Da wir mit der Ankunft in Revelstoke eine Zeitzonengrenze überfahren haben, bekommen wir noch eine Stunde geschenkt, sodass noch genügend Zeit ist, den lokalen Staudamm zu besichtigen. Wenngleich sich das im ersten Augenblick vielleicht nicht allzu spannend anhört, schafft die Ausstellung im Staudamm sehr anschaulich den Bau und Betrieb eines solche riesigen Stromgenerators zu erklären, sodass wir einige Zeit vor Ort verbringen.

Am nächsten Tag machen wir uns auf in den bereits erwähnten Mount Revelstoke National Park, welcher sich um den gleichnamigen Berg zieht und einiges an Flora und Fauna aufwartet. Obwohl wir  in den letzten Tagen oftmals bereits um die dreißig Grad verzeichnen konnten, ist auf dem Berg die Zufahrt zum Gipfel noch schneebedeckt, sodass wir auf dem dort darunter liegenden Parkplatz unsere Wanderschuhe schnüren und in diesem Jahr unerwartet nochmal einmal eine Winterwunderlandschaft bestaunen dürfen.

Wieder am Fuß des Berges angekommen, fahren wir weiter nach Golden, unserem nächsten Übernachtungsstopp, noch gut 150 km von uns entfernt. Auf dem Weg nehmen wir noch einen kurzen Walk, noch immer im Mount Revelstoke National Park, mit und durchqueren mit unserem Camper den Glacier Nationalpark.

Hier wird es leider nichts mit den geplanten Zwischenstopps, da alle nicht Hochalpinen Trails gesperrt und nicht zugänglich sind, sodass wir lediglich die beeindruckenden 3000er um uns herum aus dem Autofenster bestaunen können.

Golden

In Golden beziehen wir unseren Campingplatz und kommen durch Mira einmal mehr mit unseren Nachbarn ins Gespräch, die uns, wenn schon in Kanada, zu einer amerikanisch / kanadischen Tradition in Form von Marshmallows, Keksen und Schokolade am Lagerfeuer einladen, was wir gerne annehmen.

Hier bekommen wir auch noch den Tipp, unweit von Golden eine Bärenauffangstation zu besuchen, welche unweit unseres Campingplatzes liegt und eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit auf Sichtung eines Bären garantiert. Da Romy noch ein Faultiertrauma aus Costa Rica zu überwinden hat, bei dem wir eine solche Station ausließen, da wir der festen Meinung waren, die Tiere (in dem Fall Faultiere)   würden uns schon noch in freier Wildbahn begegnen, was sich leider als nicht zutreffend herausstellen sollte, standen wir am nächsten Tag vor einem Sessellift, der uns eine Bergstation hinauf zu dem Bären bringen sollte.

Der Bär war freundlich und zeigte sich trotz eines für ihn bestimmten, mehreren Hektar großen Geländes direkt bei unserer Ankunft. Während wir unzählige Informationen über diesen und den  Bären im Allgemeinen erhielten, schauten wir dem Tier gebannt zu, wie es durch die Gegend wandert, in der Luft schnuppert oder ein zur Verfügung gestellten Elch verdrückt.

Wieder mit dem Sessellift im Tal angekommen, zurück in unserem Auto und wieder auf der Straße, meint das Schicksal es gut mit uns und schickt einen Bären direkt vor unser Auto, der die Straße quert.

Icefield Parkway

Von Golden geht es nun weiter in Richtung Jasper, durch den Yoho National Park, dem wir nur einen kurzen Besuch am Emerald Lake und der Natural Bridge abstatten. Kurz hinter der Provinzgrenze zu Alberta machen wir einen Stopp und füllen unseren Tank randvoll, denn hier ist das Benzin billiger und die Steuern niedriger.

Weiter geht es in Richtung Norden, auf dem beeindruckenden Icefield Parkway, einer hunderte Kilometer langen Straße durch die Nationalparks Banff und Jasper, die gesäumt von den gletscherbedeckten Bergen der Rocky Mountains beeindruckende Kulissen zaubert.

Unser nächster Stopp ist der Bow Lake, an dem wir einen knapp zehn Kilometer langen Trail starten der uns in die kanadische Wildnis führt und eine wunderschöne Aussicht auf die Bow Glacier Falls sowie dem davorliegenden Tal bietet. Der Trail dauert länger als geplant, da wir uns einmal recht unglücklich verlaufen, sodass wir nach Rückkehr am Auto recht zeitnah den nächst möglichen Campingplatz im Nirgendwo ansteuern.

Columbia Icefield

Unser letzter Tag auf dem Icefield Parkway beginnt mit einer kurzen Fahrt zum Columbia Icefield, einem der wenigen Gletscher, die sich recht weit unten und auch noch sehr verkehrsgünstig erreichen lassen.

Von hier aus lassen sich diverse Touren starten die in der Regel immer etwas mit dem Athabasca Glacier, sowie den angrenzenden Giganten zu tun haben. In Neuseeland sind wir bereits einmal auf den Fox Glacier gestiegen und gerne möchten wir heute noch einmal eine ähnliche Erfahrung machen. Da uns eine mehrstündige Tour auf dem Gletscher mit Baby latent unentspannt erscheint, entscheiden wir uns statt des Fußmarsches, eine Art Gletschertaxi, in Form eines riesigen Offroad Busses, der wohl extra zu diesem Zweck gebaut wurde, in Anspruch zu nehmen.

Wenngleich vom Fuße des Gletschers noch sehr imposant ausschauend, ernüchtert uns der Anblick oben auf dem Gletscher, nachdem der Bus sein Ziel erreicht hat. So stehen wir nun auf einer Art riesig beräumten Parkplatz inmitten des Gletschers, den es bitte auch nicht zu verlassen gilt. Somit gibt es für uns keine Gletscherspalten, kleine Höhlen und Flüsse zu bestaunen, sondern in erster Linie viele Menschen auf einem eisigen Parkplatz.

Zurück auf asphaltiertem Boden machen wir uns zu einer weiteren angepriesenen Attraktion, dem Glacier Skywalk, einem Rundbogen mit Glasboden, der 280 m über dem Sunwapta River schwebt, auf. Der Skywalk ist recht gut umgesetzt, da neben der eigentlichen Attraktion noch Audio Guides sowie kleine Führungen angeboten werden, die sich mit den verschiedensten Aspekten der vor einem liegenden Landschaft beschäftigen. Als kleinen Bonus für die anderen Besucher, steuern auch wir eine weitere Attraktion bei. So krabbelt Mira auf dem Glasboden hin und her und posiert bereitwillig für die unzähligen Leute, die sie, auch gerne mit sich zusammen, ablichten.

Als auch dieses Abenteuer erlebt ist, machen wir uns auf, den restlichen Weg nach Jasper in Angriff zu nehmen. Hierbei halten wir nur noch für den einen oder anderen Fotostopp und lassen ansonsten die doch recht imposante Landschaft auf uns wirken.

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