Westport & Kaikoura

Kaum waren unsere Füße wieder trocken von der ganzen Gletscherspaziererei, ging es entlang der Westküste weiter gen Norden, dem  kleinen Städtchen Westport entgegen. Entlang einer Straße, die uns irgendwie stark an die Great Ocean Road in Australien erinnerte, wenngleich die marginale Anzahl weiterer Autos auf der Straße einem gleich klar macht, dass man sich wohl woanders befinden müsse.

Von den gebotenen An- und Ausblicken muss sich die lieblos State Highway 6 genannte Straße vor der viel berühmteren Schwester hingegen nicht verstecken. So windet sich auch dieser Weg entlang der Küste, vorbei an Klippen, Stränden und Felsformationen. Lediglich die Chance auf eine Koalasichtung in der näheren Umgebung dürfte im Vergleich zu Australien  wohl verschwindend gering sein.

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Waren die zwölf Apostel das Highlight der Great Ocean Road, so sind es wohl die Pancake Rocks an dem State Highway 6. Direkt am Highway gelegen ein perfekter Zwischenstopp, insbesondere, wenn man wie wir, noch Glück mit den Gezeiten sowie dem Wetter hat.

Die Pancake Rocks bestehen aus übereinander geschichteten Ablagerungen aus Kalk und Ton, die unterschiedlich schnell erodieren und somit den Eindruck vermitteln, dass man es eigentlich mit gigantischen übereinandergeschichteten Eierkuchen zu tun hätte.

Wenngleich dies an sich zwar schon sehr nett anzusehen ist, besteht die eigentliche Attraktion aber in den durch die Brandung in die Felsen geschlagenen Löcher und Höhlen. In diesen verfängt sich bei ankommender Flut nämlich das hinein strömende Wasser, was zu einem gewaltigen Donnern unter den Füßen, in die Luft spritzende Fontänen, sowie riesigen waschmaschinenähnlichen Bewegungen in den zahlreichen Becken führt.

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Ein wenig unspektakulärer sind da schon die beiden Attraktionen die man noch auf dem Weg nach Westport, diesmal jedoch verbunden mit einem kleinen Umweg, erreichen kann. Hier locken dann das Cape Foulewind mit einer endenden Steilküste sowie einem kleinen Leuchtturm sowie die etwas weiter südlich liegende Fellrobbenkolonie.

Mit Beidem hatten wir dann weniger Glück. Zum Einem wollte das Wetter am Cape nicht so recht mitspielen, sodass wir unsere Zeit dort auf eine Kurzvisite beschränkten, zum anderen hatten die Robben anscheinend gerade Ausgang. So tummelten sich vielleicht um die 15 Tiere auf den Steinen, welche zwar nett anzusehen waren, aber auch nicht wirklich zum längeren Verweilen einluden.

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Ob man anschließend wirklich in Westport zwischentoppen muss, muss wohl ein jeder für sich selbst entscheiden. Uns präsentierte sich die Stadt eher als ein wenig liebloses Industriestädtchen ohne viel Charme, welches auch noch unglücklich verregnet daher kam. Zudem wurden wir bei Ankunft darauf hingewiesen, dass eine Nahrungsaufnahme in Westport in der Regel nur bis acht Uhr möglich ist, da danach entweder die Küche oder gleich der ganze Laden geschlossen wird. Bei einer Ankunftszeit um viertel nach sieben nicht sonderlich erquickend, wenn der Magen seit geraumer Zeit knurrend nach Nahrung verlangt.

Umso schöner für uns weiter in die entgegengesetzte Richtung, an die Ostküste zu ziehen, die uns schon während der Fahrt mit beeindruckenden Landschaften sowie warmer Luft und Sonnenschein begrüßte.

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Ziel an der Ostküste sollte Kaikoura werden, eine Stadt in der, aufgrund der aktuellen Wetterlage, erstmals unser seit Queenstown fleißig im Auto mitgereistes Zelt zum Einsatz kommen sollte. Dass uns bei unserem ersten Zeltplatzerlebnis in Neuseeland nicht langweilig werden würde, dafür sorgten liebenswerterweise Doreen, eine Arbeitsfreundin Romys aus Berlin, Lilly und Franziska, die zufällig den gleichen Ort wie wir angesteuert hatten. Wir waren also in bester Gesellschaft.

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Neben liebenswerten Menschen bietet Kaikoura natürlich noch andere Attraktivitäten, die letztlich die zahlreichen Menschen in das schöne Städtchen führen. So gilt  es als die Wal- und Delphinhauptstadt Neuseelands. Keine andere Stadt in diesem Land wirbt mehr mit diesen Attraktionen, die dann in vielfach kommerzialisierter Form als Touren dem geneigten Besucher präsentiert werden.

Neben den üblichen, uns aus Australien bereits bekannten, Wal- und Delphinbeobachtungstouren mit dem Boot, gibt es so beispielsweise die Möglichkeit insbesondere die Wale auch aus der Luft zu sehen, was einem nochmals eine komplett andere Sicht auf die Tiere ermöglicht.

Mit nur einem Tag in Kaikoura, ging es für uns statt in die Luft, in das Wasser, wo wir die für uns bisher einmalige Chance hatten, Delphine nicht nur vom Boot aus zu sehen, sondern in direkten Augenkontakt mit ihnen zu treten.

Da wir uns dieses Erlebnis keinesfalls entgehen lassen wollten, ging es am nächsten Tag morgens um acht Uhr, ausgerüstet mit kompletter Schnorchelausrüstung sowie Tauchanzug raus aufs Meer, wo hunderte, extrem verspielter Schwarzdelphine auf uns warteten.

Anders als bei den aus dem Fernsehen bekannten Delphinschwimmereien, meist zu therapeutischen Zwecken, handelt es sich bei den Tieren in Kaikoura um keine dressierten oder gefütterten Delphine, sondern um wild lebende Exemplare. Wenngleich ethisch und ökologisch definitiv die allerbeste Variante, verlangt die Tour jedoch überraschenderweise ein nicht zu unterschätzendes Maß an Anstrengung um die umherschwimmenden Tiere zur Mitarbeit zu motivieren. So sind die Delphine überhaupt nicht auf die Zusammenarbeit mit den zahlenden Gästen angewiesen (es winkt keinerlei Provision), sodass jeder Gast seine Fähigkeiten als Delphinteilzeitentertainer unter Beweis stellen musste.

Der erste Akt des Entertainmentprogramms widmete sich der Delphinaufmerksamkeitserhaschung. Konkret bedeute dies für uns, einmal vom Boot in die Nähe der Tiere gebracht, singend, trötend und tauchend die grundsätzliche Aufmerksamkeit der Delphine auf uns zu ziehen. Man kann sich sichtlich vorstellen, welch verstörendes Bild dies für alle Außenstehenden ergeben muss. Glück für uns, dass unsere beiden Guides dieses schon tausende Mal miterleben durften.

Hatte man die Aufmerksamkeit eines oder mehrerer Tiere sicher, ging es direkt zum zweiten Teil der Programms: Aufmerksamkeit behalten.

Hier zeigte sich schnell, dass dieses am besten durch Tauchen oder wildes sich im Kreis drehen zu bewerkstelligen war. Was sich leicht anhört, stellte sich in der Praxis als schwieriges Unterfangen dar. So gelang das Tauchen aufgrund des fast zentimeterdicken Neoprens und ohne Blei nur unzureichend. Und auch das auf der Stelle drehen fanden die Tiere nur so lange interessant, wie man mit der Geschwindigkeit der perfekt stromlinienförmig geformten Tiere, die vergnügt am dem Spektakel teilnahmen, mithalten konnten. Verlor man den Blickkontakt aufgrund eigener Verlangsamung, um dem drohenden Herzinfarkt im letzten Moment noch zu entgehen, war der Spaß für die Delphine vorbei und sie suchten sich einen anderen, vielleicht ausdauernderen Spielkollegen.

Wenngleich die Sache mit unerwarteter Anstrengung verbunden war, war es dennoch ein wahnsinniges Erlebnis mit bis zu fünf der spielfreudigen Gesellen um einen herum, vergnügt im Wasser planschen zu können. Und auch das Gewissen war beruhigt, denn diese Tiere agierten hier definitiv aus eigenem Antrieb und nicht aufgrund kruder Dressuren oder Vorzügen, die aus dem Kontakt mit dem Menschen resultieren.

Zurück an Bord gab es dann noch einen guten Überblick über die schier unendliche Anzahl der Delphine vor Kaikoura. So erschien jeder Quadratmeter Meer vor uns angefüllt mit den faszinierenden Kollegen, die vergnügt aus dem Wasser sprangen und dabei durchaus akrobatische Sprünge absolvierten.

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2 Kommentare zu “Westport & Kaikoura

  1. Karla

    Habe mich sehr gefreut, dass der Arrest für meine kleinen Freunde wieder aufgehoben ist, sie wieder mitspielen durften und auch die wunderschönen Landschaften zu sehen bekamen. Ihr seid schon beneidenswert.

    Gruß
    Karla

  2. doreen & lilly

    expertentip von ‚liebenswerte gesellschaft‘: romy, ich würde matze an deiner stelle umgehend heiraten (usa?) sonst schnappt franziska zu :-). ++ viele grüße aus dem überschwemmungs-notstandsgebiet, wo wir morgen wieder den „internationalen lunchbox-tag“ begehen … cheers d&l
    ps: diese woche platz 1 in den morgendlichen single-charts: ‚the little lord jesus’… da sehnt man sich nach ‚i like the flowers‘ zurück – wer hätte das je gedacht 🙂 ?

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